Bahn-Knigge: die ungeschriebenen Gesetze auf der Bahn
Leichtathletik ist eine eigene Welt
Auch wenn beim Triathlon Laufen dabei ist, sind Triathleten keine Läufer. Das fängt damit an, dass lächerliche 😉 3000 m schon eine Langstrecke sind und ein Sprinttriathlon im besten Fall weniger als eine Stunde dauert. In der Leichtathletik gibt es natürlich auch noch Sprung, Stoß und Wurf – das aber nur der Vollständigkeit halber. Alles andere ist irgendwie Laufen und findet auf der Bahn statt.
Die Innenbahn einer Leichtathletikanlage ist exakt 400 m lang, gemessen in 30 cm Abstand zur Innenkante. Auf ihr finden unsere Tempoläufe statt – aber auch die der Leichtathletik-Abteilung. Wenn du nicht gerade zu den Allerschnellsten im Triathlon gehörst, zeigt dir ein Bahnläufer in der Regel die Hacken. 60 Sekunden pro Runde (entspricht 2:30er-Schnitt) kommen vor und sind eine völlig andere Welt.
Damit das sportlich fair, respektvoll und unfallfrei abläuft, gibt es diese ungeschriebenen Regeln:
Regeln
Fairness
Triathleten sind in der Regel zu Gast auf einer Leichtathletikanlage. Oft findet dort auch Nachwuchstraining statt – als erwachsener Sportler bist du Vorbild.
Wir laufen IMMER gegen den Uhrzeigersinn
Wer das mal anders machen möchte: gerne, solange du allein bist. Sobald jemand dazustößt: Kehrt marsch!
Überholt wird rechts
Wie auf der deutschen Autobahn: rechts der Sportwagen, links der LKW. Und: Fahre solange links, bis im Rückspiegel was Schnelleres auftaucht, und wechsle dann eine Spur nach rechts.
Mach Platz
Wenn von hinten einer aufläuft, weichst du nach links aus. Es reichen wenige Schritte auf Bahn 2, dann schlupft der Überholer durch. Warum? Das geht schneller, als wenn der Schnellere den langen Weg außen herum machen muss.
Keine Kopfhörer
Man orientiert sich sehr viel durchs Gehör. Du hörst, wenn von hinten der ICE anrauscht oder besser anschnauft.
Sei laut
Wenn du überholen willst: mach dich bemerkbar. "Innen frei!" reicht. Wenn du das gerade nicht mehr kannst, hört man dich auch so – siehe oben.
Trabpausen NIEMALS auf Bahn 1
Du kannst auf den Innenrasen ausweichen, sofern der Platz frei ist und keine Speere fliegen. Oder du nimmst Bahn 2 oder 3. Dabei darauf achten, den (Hürden-)Sprintern nicht vor die Füße zu laufen.
NICHT anhalten
Zumindest niemals auf der Innenbahn. Lieber ein paar Schritte auf Bahn 2 austrudeln.
Wenn du mit den Läufern trainierst
Insbesondere Bahnläufer sind Körperkontakt gewohnt; im Wettkampf wird auch schon mal der Ellbogen eingesetzt oder in die Hacken getreten. Das ist Triathleten in etwa so fremd wie einem Beckenschwimmer, der beim Triathlon mitmacht und zum ersten Mal mit der Masse ins Wasser rennt.