Laufschuhe – kann man zu viele haben?

Laufschuhe sind mit Abstand die wichtigsten Ausrüstungsgegenstände beim Laufen. Sie sollen den Fuß schützen und führen, die Laufbewegung unterstützen und die Gelenke schonen. Ganz schön viele Aufgaben für ein paar hundert Gramm Plastik. Und es gibt für verschiedene Aufgaben Spezialisierungen – von Spikes bis zum Trail.

Best Practices

Je mehr du läufst, desto mehr Schuhe solltest du besitzen

Faustregel: Minimum 3 – und pro Lauftag in der Woche 1 Paar. Wenn du fünfmal pro Woche läufst, hast du 5 Paar Schuhe. Spikes und reine Wettkampfschuhe ausgenommen.

Trenne dich von alten Schätzchen

Persönliche Anmerkung: Ich kenne jemanden, der mir genau diesen Satz regelmäßig um die Ohren haut. Im Ernst: Ist das Ding durchgelaufen, dann in die Tonne damit.

Mische die Marken

Laufschuhmarken haben alle ihre Eigenarten im Leisten oder im Aufbau der Sohlen. Die Hersteller machen sich Gedanken, wie sie ihre Schuhe bauen, und wenden ihre Erkenntnisse gerne auf mehrere Modelle an. Ökonomisch sinnvoll, führt aber dazu, dass jede Marke einen eigenen Charakter entwickelt, der sich nur langsam über Produktzyklen hinweg ändert. Wenn du nur ähnliche Schuhe hast oder Marken-Fan bist, kann das zu Fehlstellungen führen. Manchmal verschwindet auch das eine oder andere Zipperlein, wenn du den Schuh wechselst.

Verschiedene Lauftempi, verschiedene Schuhe

Du hast verschiedene Lauftempi: langsam, mittel, schnell, sehr schnell. Das ergibt typischerweise einen zum "Rumschlappen", einen für mittlere bis langsame Läufe, einen für mittlere bis schnelle, und einen für schnell bis all-out. Wenn du auf der Bahn trainierst und keine Spikes tragen willst, empfiehlt sich einer, der auch auf einer nassen Bahn gut haftet. Zu den ungeschriebenen Regeln auf der Bahn siehe Bahn-Knigge.

Verschiedene Wettkämpfe, verschiedene Schuhe

Ein schneller 10er auf der Straße braucht einen leichten Schlappen ohne großes Profil, Dämpfung ist da weniger relevant. Ein 100-km-Lauf im Gelände ist das andere Extrem: Ordentliches Profil, Dämpfung und Führung für einen müden Bewegungsapparat sind wichtiger als Gewicht.

Wettkampf- vs. Trainingsschuh: gibt es nicht wirklich

Dem Schuh ist es egal, ob du eine Startnummer trägst oder nicht. Und einen Schuh solltest du niemals das erste Mal im Wettkampf laufen. Dennoch entsteht im Läuferleben das eine oder andere Paar, das dann doch nur im Wettkampf gelaufen wird. Das ist Kopfsache.

Berücksichtige dein Lauftempo

Ehrlicher Blick in den Spiegel: Wenn 55 Minuten auf 10 km für dich schnell sind, ist das Tempo nicht schnell. Dann reichen die Trainingslaufschuhe auch für den Wettkampf, weil sich dein Wettkampf-Laufstil vom Training nicht groß unterscheidet. Schrittlänge, Kniehub, Schrittfrequenz – das ist eben Dauerlauf.

Für Triathlon gibt es keine Sonderregeln. Eigentlich.

Im Triathlon-Wettkampf ist das Lauftempo auf gleicher Strecke geringer als bei einem reinen Laufwettkampf: 10 km auf der Straße sind als reiner Lauf schneller als 10 km nach einer olympischen Distanz. Ein schneller Einstieg mit Gummischnürbändern sollte möglich sein – wie relevant das bei einem 4-Stunden-Marathon ist, kann sich jeder selbst überlegen. Im Ligarennen ist das auf jeden Fall relevant.

Spikes?

Man unterscheidet zwischen Bahn- und Crossspikes. Kann man haben, muss man aber nicht – außer man macht ernsthaft Bahnläufe, dann muss man.

Kaufe im Fachgeschäft

Natürlich kann man sich im Versandhandel 10 Paar Schuhe kommen lassen und 9 zurückschicken. Die Sinnhaftigkeit ist die eine Sache. Die andere ist: Guckt der Versender zu, wenn du den Schuh auf dem Laufband testest?

Im Trainingslager

Zwei Paar mitnehmen. Eins ist zu wenig.