Die Pre-Raceweek-Checkliste: was vor dem Rennen organisiert sein sollte

Je länger die Distanz, desto weniger entscheidet die Fitness über einen entspannten Renntag. Die meisten Katastrophen entstehen nicht durch fehlende Watt oder mangelnde Ausdauer, sondern durch schlechte Vorbereitung. Wer die organisatorischen Themen bis spätestens Freitag der Raceweek erledigt hat, kann die letzten Tage deutlich entspannter genießen.

Dieser Artikel ist die Checkliste-Variante. Was in der Raceweek selbst zu tun (und zu lassen) ist, steht im Raceweek-Artikel.

Das Fahrrad: der wichtigste Materialcheck der Woche

Raceweek ist nicht die Zeit für Umbauten – sondern für Kontrolle. Prüfe spätestens einige Tage vor dem Rennen:

Antrieb

  • Kette sauber und geschmiert
  • Schaltung funktioniert auf allen Ritzeln
  • Keine ungewöhnlichen Geräusche
  • Kettenblätter fest

Bremsen

  • Bremsbeläge ausreichend
  • Bremsscheiben oder Felgen in Ordnung
  • Nichts schleift

Laufräder

  • Reifen ohne Beschädigungen
  • Reifendruck bekannt
  • Ventilverlängerungen vorhanden
  • Schnellspanner oder Steckachsen fest

Cockpit

  • Auflieger, Computerhalterung, Flaschenhalter fest
  • Schrauben kontrolliert

Elektronik

  • Di2-, AXS- oder EPS-Akku geladen
  • Powermeter-Batterie geprüft
  • Radcomputer und Uhr geladen

Ersatzmaterial fürs Rennen

  • Ersatzschlauch (auch bei tubeless)
  • Reifenheber
  • CO2-Kartusche oder Minipumpe
  • Multitool
  • Ventiladapter für Scheibenrad

Skills

  • Kann ich allein eine Reifenpanne beheben?
  • Kann ich die Di2 aus dem Schlafmodus wecken?

Der wichtigste Grundsatz:

Wenn das Rad vier Wochen problemlos funktioniert hat, ändere nichts mehr.

Wer überlegt, ob ein professionelles Bikefitting jetzt noch sinnvoll ist: bitte nicht in der Raceweek. Siehe Soll ich zum Bikefitting?.

Wettkampfausrüstung vorbereiten

Viele packen erst am Vorabend. Unnötiger Stress. Spätestens am Freitag alles sichtbar auslegen – oder beim Packen für die Reise.

Schwimmen

  • Neoprenanzug
  • Schwimmbrille (plus Ersatz)
  • Badekappe (falls erforderlich)
  • Anti-Scheuer-Mittel oder Vaseline
  • Handschuhe & Tüte zum Anziehen des Neos

Radfahren

  • Helm
  • Startnummernband
  • Radschuhe, Socken
  • Sonnenbrille
  • Verpflegung und Gels
  • Trinkflaschen
  • Gummibänder

Laufen

  • Laufschuhe
  • Kappe oder Visor
  • Socken
  • Verpflegung und Gels
  • Startnummernband

Sonstiges

  • Uhr (aufgeladen)
  • Pulsgurt (Batterie geprüft)
  • Ladegeräte
  • Personalausweis
  • Startpass (falls erforderlich)
  • Athletenarmband

Eine gute Regel:

Baue einmal das komplette Rennen im Wohnzimmer auf.

Wenn alles dort liegt, wird am Wettkampfmorgen nichts vergessen. Wer eine ausführlichere Sammlung an Anekdoten dazu mag: Raceday – und bloß nichts vergessen!.

Ernährung planen

Die Raceweek ist kein Improvisationswettbewerb. Vorher klären:

Vor dem Rennen – Wo gibt es Frühstück? Wann? Was?

Während des Rennens – Welche Gels? Welche Getränke? Welche Mengen? Wer auf eigene Mischungen statt teurer Gels setzt: siehe Teure Gels ersetzen. Zum Carboloading-Aufbau: Einmal volltanken, bitte.

Nach dem Rennen – Wo trifft man sich? Wo gibt es Essen? Wer kümmert sich?

Je weniger Entscheidungen am Wettkampftag getroffen werden müssen, desto besser.

Den Zeitplan kennen

Viele Athleten kennen ihre Zielzeit besser als den Wettkampfzeitplan – dabei verursacht genau das den meisten Stress. Notiere dir:

Donnerstag / Freitag

  • Anreise, Hotel-Check-in
  • Messebesuch, Startnummernausgabe

Samstag

  • Kurze Aktivierungseinheit
  • Bike Check-in, Materialbeutel abgeben
  • Athletenbriefing
  • Essen & Nudelparty
  • Schlafenszeit

Sonntag

  • Wecker, Frühstück
  • Abfahrt bzw. Anfahrt
  • Parken bzw. Shuttle
  • Öffnung und Schließung der Wechselzone
  • Schwimmstart

Je genauer der Ablauf bekannt ist, desto ruhiger der Renntag.

Die wichtigen Orte kennen

Erstaunlich häufiger Fehler: Athleten kennen ihre FTP, finden aber die Wechselzone nicht. Vor dem Renntag sollte klar sein, wo sich Startnummernausgabe, Messe, Athletenbriefing, Wechselzone, Schwimmstart, Zielbereich, Nachzielverpflegung und der Treffpunkt mit Familie und Supportern befinden.

Besonders wichtig: einen festen Treffpunkt vereinbaren. Nach einem langen Rennen funktionieren viele Athleten geistig ungefähr wie ein Smartphone mit 3 % Akku.

"Wir treffen uns irgendwo hinter dem Ziel." ist kein Plan.

Die Supporter einweisen

Supporter sind Gold wert – aber nur, wenn sie wissen, was passiert. Vorher besprechen: Wo können sie stehen? Wann sehen sie den Athleten? Wie kommen sie zwischen den Punkten hin? Wo wird sich nach dem Rennen getroffen? Wer hat welche Aufgabe?

Der beste Support entsteht selten spontan, sondern ist vorbereitet. Komplette Anleitung: Support beim Triathlon. Für die großen Rennen der Region: Support-Guide Challenge Roth und IRONMAN Frankfurt für Supporter.

Reise und Unterkunft absichern

Gerade bei großen Rennen entstehen viele Probleme nicht im Wettkampf, sondern auf der Anreise. Vor der Abfahrt prüfen: Hotelbuchung, Parkplatz, Shuttle, Fahrradtransport, Anfahrtsroute, Alternative bei Stau oder Zugausfall.

Am Wettkampfort ankommen und nicht bereits vor dem Check-in gestresst sein.

Die wichtigste Regel

Wenn du am Samstagmittag das Gefühl hast: "Eigentlich habe ich nichts mehr zu tun." – dann hast du die Raceweek wahrscheinlich perfekt organisiert.

Genau so soll es sein. Denn Raceweek ist nicht die Zeit, um noch besser zu werden.

Raceweek ist die Zeit, um keine Fehler mehr zu machen.