Warum einen Coach?

"Ich brauche keinen Coach."

Natürlich geht alles auch ohne Coach. Ganz ohne Frage. Einen Coach zu engagieren hat nicht nur positive Aspekte: Erstens kostet er Geld, zweitens bedingt die Zusammenarbeit eine gewisse Öffnung der Privatsphäre. Wer das nicht möchte, greift besser zu einem Trainingsplan von der Stange. Oder coacht sich selbst.

Self-Coaching vs. Coach

Wenn du dich selbst coachst – da kann ich eigentlich schon aufhören zu schreiben. "Selbst" und "Coaching" ist ein Widerspruch in sich. Wie sollst du einen neutralen Standpunkt dir selbst gegenüber einnehmen?

Der andere Aspekt: Selbstcoaching setzt eine Menge Wissen voraus. So wie du dir für Steuern oder Handwerk einen Dienstleister engagierst, engagierst du dir einen Coach fürs Training. Ja, du könntest deine Steuern auch selber machen. Mit einem Coach sparst du Zeit und kaufst professionelles Know-how ein.

Trainingspläne vs. Coach

Auch ich biete Pläne ohne Betreuung an, denn nicht jeder kann sich Personal Coaching leisten. Dennoch hat dieses Konzept Grenzen. Provokant gefragt:

  • Freitags hat dein Verein Schwimmtraining. Dein Trainingsplan nicht. Wechselst du den Verein?
  • Dich interessiert der Zweck einer Trainingseinheit. Wie gut erklärt dir das dein Trainingsplan?
  • Du hast eine Frage. Welche Telefonnummer hat dein Trainingsplan?
  • Mittwochs wird es immer lang im Job. Im Trainingsplan steht ein Long Run. Kannst du ihn einfach auf Dienstag legen?
  • Du bist gelaufen. Es lief nicht so toll. Welches Feedback gibt dir dein Trainingsplan?
  • Dein Kind hat Geburtstag und du möchtest dein Training verschieben. Wie geht dein Trainingsplan damit um?
  • Mist! Du hast dich erkältet. Ist das in deinem Trainingsplan vorgesehen?
  • Du bist tierisch gut drauf, schwimmst wie ein Fisch und läufst wie eine Schildkröte. Weiß dein Trainingsplan das?
  • Du hast dich verletzt. Kennt dein Trainingsplan einen guten Physio?
  • Du planst ein Trainingslager. Dein Plan auch?
  • Sunday-Group-Ride. Geplant: kurz, flach, locker. Gemacht: 8000 Watt, 130 km, 1800 Hm, 5 Ortsschilder gewonnen, 3 Segmente geholt. Wie spontan baut dein Trainingsplan einen Ruhetag ein?
  • Endlich Race-Day! Dein Trainingsplan entwirft den Matchplan, steht am Streckenrand und feuert dich an. Tut er nicht?

Ein Coach kann noch etwas ganz anderes: loben und kritisieren. Vertrauen und Zutrauen. Er hat das Coaches Eye – das hat selbst eine KI nicht.

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